• Das Brauchtum des Böllerschießens hat in unserer Region schon eine sehr lange Tradition:
    Das Schießen um die Weihnachtsfeiertage, das Hochzeitsschießen, das Ankündigen eines Festes durch einen Weckruf, sowie das Schießen für viele weitere freudige Anlässe haben sich bis in unsere Zeit erhalten.

    Wie zum Beispiel „Das Christkindlanschießen“.
    Bei diesem überlieferten Volksbrauch handelt es sich einstmals mit Gewissheit um ein kultisch motiviertes Lärmbrauchtum – indem man für das Weihnachtsfest alles Böse „verdonnern“ wollte.

    Heute ist durch das lautstarke Ankündigen des Weihnachtsfestes der Ausdruck der Freude in den Vordergrund getreten.

    So wird in Kuchl am 24. Dezember zu Mittag beim Heimkehrerkreuz und am Nachmittag nach der Vesper beim Pfarrzentrum das „Christkind angeschossen.“

    Das Anschießen
    Das Anschießen durch einen Schützenverein heißt: Jemandem eine besondere Referenz zu erweisen. Zu Ehren eines Hohen Besuches, eines Jubilars, usw. wird eine Salve oder ein Lauffeuer abgegeben. Im kirchlichen Bereich werden Ehrensalven zur Ehre Gottes abgefeuert.

    Unglücklicherweise wurde mit den Hand- und Legeböllern auch viel Unfug getrieben. Vor allem ab Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist es oft zu einer missbräuchlichen Verwendung des Böllerschießens gekommen.

    Was zu einer besorgniserregenden Anzahl von Zwischenfällen mit Personen- und Sachschäden und zum Teil zu schweren Unfällen führte. Aus diesem Grund, jedoch auch zur Abwehr unzumutbaren Lärms, führte die österreichische Regierung 1974 mit dem Pyrotechnik-Gesetz ein fast vollständiges Verbot des Hantierens mit Böllern ein. Nur die Prangerstutzen- und Handböllerschützen als brauchtumspflegende Gruppen sind von dem Verbot ausgenommen. Diese verpflichten sich als angemeldeter Verein bei der zuständigen BH, alle gesetzlichen Vorschriften einzuhalten.

    1981
    Um den gesetzlichen Vorschriften zu entsprechen, und somit dieses alte Brauchtum auch in Zukunft ausführen zu können gründete Herr Karl Kramser den gemeinnützigen Verein:
    HANDBÖLLERSCHÜTZEN KUCHL. Noch im gleichen Jahr hat Herr Nikolaus Egger den Verein als Obmann übernommen und rund 19 Jahre geführt.
    Zu folgenden Anlässen wurde geschossen:

    • 24. Dez. Christkindlanschießen beim Heimkehrerkreuz
    • 24. Dez. Vesperschießen beim Jugendheim
    • 31. Dez. Silvesterschießen beim Heimkehrerkreuz
    • 1. Mai auf der Gallnwiese beim Kriegerjahrtag

    2000
    Obmannwechsel: Herr Herbert Ramsauer löst Herrn Nikolaus Egger als Obmann ab.

    2001
    Zum 20-jährigen Vereinsjubiläum wird eine Vereinstracht angeschafft.
    In der Jahreshauptversammlung wird Herr Nikolaus Egger zum Ehrenobmann der Handböllerschützen ernannt.

    2002
    Zum ersten Mal wird das Neujahrschießen durchgeführt.
    Beitritt zum Landesverband der Salzburger Schützen.

    2003
    Erste Ausrückungen zu kirchlichen und weltlichen Feierlichkeiten beginnen
    (Fahnenweihe der Kuchler Zunft, Gründungsfest der Scheffauer Schützen).

    2005
    Erste Fronleichnamausrückung mit neu renovierter Kirchenfahne.
    Das Erntedankfest wird erstmals von den Handböllerschützen mit dem „Empfangsschießen für den Erntezug“ beim Holztechnikum umrahmt.

    2006
    Anschaffung einer Vereinsfahne.
    23. – 25. Juni „3-Tages-Jubiläumsfest“ 25 Jahre Handböllerschützen mit Fahnenweihe gemeinsam mit dem Heimatverein „Edelweiß“ und der Trachtenmusikkapelle Kuchl.

    2007
    Obmannwechsel: Herr Herbert Ramsauer tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl an. Als neuer Obmann wurde Herr Josef Schörghofer gewählt.
    In der Jahreshauptversammlung wird Herr Herbert Ramsauer zum Ehrenobmann der Handböllerschützen ernannt.

    2007 – 2013
    Gemeinsam mit seinem Vorstand führte der neue Obmann die positive Weiterentwicklung der Kuchler Handböllerschützen fort.

    Einige Eckdaten der letzten Jahre (Stand 2013):

    • Der Mitgliederstand wurde auf 40 Aktive aufgestockt (15 neue Mitglieder, sowie zwei Marketenderinnen)
    • Anschaffung eines Fahnenkastens beim Gasthof „Römischer Keller“
    • Teilnahme an vielen Veranstaltungen in Kuchl und des Bezirks- und Landesverbandes der Salzburger Schützen (Anton-Wallner-Feier, Bezirks- und Landesschützenjahrtag, Schützen feste im Land Salzburg, Teilnahme an einer Messe der Salzburger Volkskultur,...)
    • Ausrückung in der Partnergemeinde San Giovanni/Italien
    • Zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit Die Pulverausgabe wurde neu geregelt, die „alten“ Böller wurden auf Sicherheitsböller umge baut, …
    • Unterstützung von sozialen und kulturellen Projekten (Spende eines Pflegebettes, Unterstützung von Kuchler Familien, finanzieller Beitrag zur Anschaffung der Kuchler Marktkrippe,...)
    • Erweiterung der Vereinstracht

    Ein weiterer Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte war die Festbeteiligung beim 50-jährigen Gründungsfest der Reit- und Schnalzergruppe Kuchl im Juni 2012 mit einem außergewöhnlichen Festprogramm u.a. mit dem Konzert der Kastelruther Spatzen.

    Möge dieses wertvolle Kulturgut unserer Heimat weiterhin erhalten bleiben.
    Die Handböllerschützen sind es heute, die diese Tradition des Lärmbrauchtums weitertragen und für künftige Generationen bewahren.